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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 09.04.2021

Aufwendungen für einen "Schulhund" als Werbungskosten

Der Bundesfinanzhof entschied, dass Aufwendungen für einen sog. Schulhund teilweise als Werbungskosten abgezogen werden können (Az. VI R 15/19 und VI R 52/18).

In den vorliegenden Fällen hatten die Klägerinnen (Lehrerinnen) ihre Hunde, die sie aus privaten Mitteln angeschafft hatten, arbeitstäglich im Schulunterricht eingesetzt. Obwohl der Schulhundeinsatz vom Dienstherrn ausdrücklich befürwortet war, beteiligte er sich nicht an den Kosten. Daher machten die Klägerinnen die Aufwendungen für Anschaffung, Futter, Tierarzt, Besuch einer Hundeschule und Ausbildung zum Therapiehund als Werbungskosten geltend. Dies lehnte das beklagte Finanzamt ab.

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs ist die Anschaffung und Haltung eines Hundes stets auch privat (mit)veranlasst. Jedoch habe eine Aufteilung der Aufwendungen für die Hunde im Wege der Schätzung zu erfolgen, wenn diese aufgrund vorliegender Pädagogikkonzepte im Schulunterricht eingesetzt würden. Angesichts der privaten Mitveranlassung könnten in einem solchen Fall aber maximal 50 Prozent der Aufwendungen für einen Schulhund als Werbungskosten anerkannt werden. Des Weiteren sei ein hälftiger Abzug anzuerkennen, wenn der „Schulhund“ innerhalb einer regelmäßig fünftägigen Unterrichtswoche arbeitstäglich in der Schule eingesetzt werde.

Auch die Aufwendungen für die Ausbildung des Hundes zum Therapiehund erkannte der BFH in voller Höhe als Werbungskosten an, da diese spezielle Ausbildung ersichtlich nur durch den Schuleinsatz veranlasst und eine private Mitveranlassung nicht ersichtlich sei.

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